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Ratgeber

Der erste Klick findet nicht mehr statt: Suchen Kunden Dienstleister noch über Google?

Wie hat sich die Anbietersuche von der Ergebnisliste zur fertigen Antwort verschoben?

Statt zehn blauen Links liefern Google AI Overviews und Chatbots wie ChatGPT heute direkt eine fertige Antwort inklusive Anbieterempfehlung. Der Nutzer muss nicht mehr klicken, vergleichen und selbst entscheiden – die Vorauswahl trifft bereits die KI. Für Dienstleister entscheidet sich Sichtbarkeit dadurch nicht mehr auf Seite 1, sondern innerhalb dieser einen generierten Antwort.

Der klassische Suchprozess lief jahrzehntelang gleich ab: Suchbegriff eingeben, Ergebnisliste scannen, mehrere Websites öffnen, vergleichen, entscheiden. Dieser Prozess bestand aus mehreren Klicks – und genau diese Klicks waren die Eintrittskarte für Dienstleister, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Durch AI Overviews in der Google-Suche und die parallele Nutzung von KI-Assistenten wie ChatGPT verschiebt sich dieser Ablauf: Die Suchmaschine oder der Chatbot fasst die Antwort direkt zusammen, nennt oft schon konkrete Anbieter oder Kriterien – und der Nutzer hat seine Frage im Idealfall beantwortet, bevor er eine einzige klassische Website besucht hat.

Wir haben das für eine typische Dienstleisterfrage aus dem B2B-Umfeld selbst nachvollzogen und die generierte Antwort per Screenshot dokumentiert (Stand: siehe Abrufdatum in unserer internen Erhebung). Das Muster war eindeutig: Die KI nennt eine kurze, geschlossene Auswahl an Anbietern mit Begründung – keine Linkliste zum selbst Durchklicken.

Was hat sich konkret verändert – von zehn blauen Links zu einer Antwort mit Empfehlung?

Früher zeigte Google zehn gleichrangige Ergebnisse, die der Nutzer selbst bewertete. Heute liefert eine AI Overview oder ein Chatbot eine einzelne, bereits vorgefilterte Antwort mit Begründung. Der Wettbewerb verschiebt sich damit von der Position in der Liste auf die Frage, ob man überhaupt als Quelle für diese eine Antwort herangezogen wird.

Das alte Modell war ein Wettbewerb um Rangplätze: Platz 1 bis 10 auf Seite 1 bedeuteten Sichtbarkeit, alles danach war für die meisten Nutzer irrelevant. Man konnte sich hocharbeiten, testen, optimieren – der Nutzer sah trotzdem mehrere Optionen und traf die finale Auswahl selbst.

Das neue Modell kennt diese Abstufung nicht mehr. Eine generative Antwort ist in der Regel kurz, enthält meist nur wenige konkrete Nennungen und wird vom Nutzer als bereits geprüfte Empfehlung wahrgenommen. Es gibt keinen sichtbaren Unterschied mehr zwischen Platz 3 und Platz 30 – beide taugen nichts, wenn sie in der Antwort schlicht nicht vorkommen.

Für Anbieter heißt das: Die relevante Frage ist nicht mehr "Wie weit oben stehe ich?", sondern "Werde ich als zitierfähige Quelle erkannt?". Genau hier setzt GEO (Generative Engine Optimization) an – die gezielte Aufbereitung von Inhalten so, dass KI-Systeme sie als belastbare Antwort-Grundlage nutzen. Mehr dazu, wie strukturierte Daten und Schema.org-Auszeichnungen diese Erkennung unterstützen, haben wir bereits in einem früheren Beitrag beschrieben.

Suchen Kunden Dienstleister heute noch über Google? Was Daten zu AI Overviews und Zero-Click wirklich zeigen

Ja, Google bleibt der meistgenutzte Einstiegspunkt – aber ein signifikanter und wachsender Anteil dieser Suchen endet als Zero-Click-Suche, bei der der Nutzer keine externe Website mehr öffnet, weil AI Overview oder Snippet die Frage bereits beantworten. Belastbare, aktuelle Erhebungen mit Abrufdatum sind hier entscheidend – pauschale Prozentzahlen ohne Quelle sind mit Vorsicht zu lesen.

Die ehrliche Antwort lautet: Google wird weiterhin aufgerufen, aber die Art der Nutzung verändert sich messbar. Zero-Click-Suchen – also Suchanfragen, die ohne Klick auf ein organisches Ergebnis enden – sind kein neues Phänomen, wurden aber durch die Einführung von AI Overviews spürbar verstärkt, weil die generierte Antwort direkt im Suchergebnis erscheint.

Parallel wächst die Nutzung von KI-Assistenten als eigenständiger Einstiegspunkt für genau die Art von Fragen, die früher automatisch bei Google landeten – insbesondere Vergleichs- und Empfehlungsfragen wie "Welcher Anbieter für X in meiner Region ist gut?". Das bedeutet nicht, dass Google verschwindet. Es bedeutet, dass der Moment, in dem eine Anbieterentscheidung fällt, sich zunehmend von der Ergebnisliste in eine KI-generierte Zusammenfassung verlagert.

Wichtig für die Einordnung: Jede konkrete Prozentangabe zu Zero-Click-Anteilen oder KI-Nutzungszahlen im DACH-Raum sollte nur mit benannter, aktueller Quelle und Abrufdatum zitiert werden – die Studienlage verändert sich schnell, und viele kursierende Zahlen stammen aus unterschiedlichen Erhebungsmethoden und Zeiträumen. Wer belastbare Aussagen treffen will, sollte laufend eigene Stichproben dokumentieren, so wie wir es mit unserem eigenen Screenshot-Test getan haben.

Was heißt das für Dienstleister – gibt es einen dritten Platz in einer KI-Antwort?

Nein. In einer generierten Antwort gibt es keine Rangfolge wie in einer Ergebnisliste – ein Anbieter wird entweder namentlich genannt oder taucht gar nicht auf. Es gibt keinen Trostpreis für Platz 4 oder 5. Genannt zu werden setzt voraus, dass Inhalte klar, faktisch und maschinenlesbar strukturiert sind.

Dieser Punkt lässt sich kaum abschwächen: Klassisches Ranking kennt Abstufungen, eine generative Antwort kennt nur "drin" oder "raus". Eine KI wählt aus der Fülle verfügbarer Informationen die Quellen aus, die sie als eindeutig, vertrauenswürdig und gut belegt einschätzt – und verdichtet daraus eine kurze Antwort.

Das verändert die Ausgangslage radikal. Eine Website, die früher auf Position 7 landete, bekam trotzdem noch einen Bruchteil der Klicks. Eine Website, die in einer KI-Antwort nicht erwähnt wird, bekommt in diesem Moment schlicht nichts – unabhängig davon, wie gut das Angebot dahinter tatsächlich ist.

Für Dienstleister im Mittelstand bedeutet das einen Strategiewechsel: Es reicht nicht mehr, irgendwo auffindbar zu sein. Es muss eindeutig, faktenbasiert und mit klaren Aussagen kommuniziert werden, was das eigene Angebot ausmacht – in einer Form, die eine KI zitieren kann, statt interpretieren zu müssen. Wie sich das konkret auf einzelne Leistungsseiten auswirkt, haben wir in einem vertiefenden Beitrag bereits aufgeschlüsselt.

Was zählt jetzt wirklich – zitierfähige Fakten oder Keyword-Dichte?

Zitierfähige Fakten schlagen Keyword-Dichte. KI-Systeme bevorzugen klar formulierte, belegbare Aussagen mit konkreten Zahlen, Quellen und strukturierten Daten (Schema.org) gegenüber Texten, die vor allem auf Keyword-Wiederholung optimiert sind. Wer als Antwortquelle zitiert werden will, muss Inhalte wie ein Nachschlagewerk aufbauen, nicht wie eine Werbeanzeige.

Klassisches SEO belohnte über Jahre die richtige Keyword-Dichte, passende Meta-Tags und eine gute interne Linkstruktur. Das bleibt technisch relevant – reicht aber nicht mehr aus, um in einer generierten Antwort zu erscheinen. KI-Systeme extrahieren Fakten, keine Werbesprache. Ein Satz wie "Wir bieten erstklassigen Service" ist für eine KI wertlos, weil er nicht überprüfbar ist. Ein Satz wie "Über 500 Kreativdienstleister wurden bei Positionierung und Branding begleitet" ist zitierfähig, weil er konkret, belegbar und eindeutig ist.

Genau nach diesem Prinzip bauen wir bei faires.marketing Websites: GEO-optimiert bedeutet für uns nicht nur technische Auszeichnung über Schema.org für Leistungen, Bewertungen und FAQs, sondern vor allem Inhalte, die Nutzen statt Funktion transportieren und dabei so präzise formuliert sind, dass eine KI sie direkt weiterverwenden kann. Unser Gründer bringt dafür 14 Jahre Design- und Marketing-Erfahrung mit, unter anderem aus der Gestaltung für Marken wie Bosch, Braun und BMW – kombiniert mit der technischen Umsetzung durch Max, der für kompromisslose 100/100-Performance in den Core Web Vitals sorgt. Diese Kombination aus Substanz und technischer Sauberkeit ist genau das, was generative Systeme heute als vertrauenswürdig einstufen.

Wer selbst prüfen will, wie sichtbar das eigene Angebot aktuell in KI-Antworten ist, kann mit einer einfachen Stichprobe starten: typische Kundenfragen in ChatGPT oder eine AI Overview eingeben und dokumentieren, ob und wie der eigene Name auftaucht – oder eben nicht.

Häufige Fragen

Suchen Kunden Dienstleister heute noch über Google?
Ja, aber ein wachsender Anteil dieser Suchen endet als Zero-Click-Suche direkt in einer AI Overview oder einer separaten KI-Antwort, ohne dass eine klassische Website geöffnet wird.
Was ist eine Zero-Click-Suche?
Eine Suchanfrage, bei der der Nutzer keine organische Ergebnis-Website mehr anklickt, weil die Antwort bereits direkt im Suchergebnis oder in einer KI-Zusammenfassung erscheint.
Was ist der Unterschied zwischen klassischem SEO und GEO?
SEO optimiert für Rangplätze in Ergebnislisten, GEO (Generative Engine Optimization) optimiert dafür, von KI-Systemen wie ChatGPT oder Google AI Overviews als zitierfähige Quelle für eine generierte Antwort ausgewählt zu werden.
Kann man in einer KI-Antwort auch auf einem hinteren Platz landen?
Nein, eine generierte Antwort kennt keine Rangfolge wie eine Ergebnisliste – ein Anbieter wird entweder genannt oder taucht gar nicht auf.
Wie kann ich selbst testen, ob mein Unternehmen in KI-Antworten vorkommt?
Typische Kundenfragen zum eigenen Angebot in ChatGPT oder eine Google-Suche mit AI Overview eingeben und dokumentieren, ob der eigene Name in der generierten Antwort genannt wird.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt – Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien
  2. Bitkom – Studien zur Digitalisierung und KI-Nutzung in Deutschland
  3. Google Search Central – Über AI Overviews in der Google-Suche
  4. faires.marketing – Interner Beitrag zu strukturierten Daten & Schema.org (G-023)
  5. faires.marketing – Interner Beitrag zu GEO-Optimierung für Leistungsseiten (G-001)

Über Gordon Wolfertz

Gründer, faires.marketing

Gordon Wolfertz ist Gründer von faires.marketing mit Sitz in Monheim am Rhein. Er entwickelt mit seinem Team Marketing- und Webstrategien an der Schnittstelle aus Design, Performance und GEO – mit besonderem Fokus auf B2B- und Industrieunternehmen und rund 14 Jahren Design- und Marketing-Erfahrung.