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Ratgeber

Die unterschätzte Währung: Warum leere Websites nicht empfohlen werden

Woran bemisst sich der nötige Inhaltsumfang einer Firmenwebsite?

Der nötige Inhaltsumfang bemisst sich nicht an Seitenzahl oder Wortzahl, sondern an der Abdeckung der tatsächlichen Kundenfragen. Eine Website ist inhaltlich vollständig, wenn sie jede der Fragen beantwortet, die im Erstgespräch typischerweise vor einer Kaufentscheidung gestellt werden – bei uns sind das zwölf konkrete Fragen, dokumentiert aus echten Anfragen.

Wir haben bei faires.marketing keine Wortzahl-Vorgabe für Websites – aus gutem Grund. Wortzahl-Empfehlungen von Dritten sagen nichts darüber aus, ob die Inhalte tatsächlich das beantworten, was jemand vor einer Anfrage wissen will. Stattdessen führen wir eine eigene Liste der zwölf häufigsten Fragen, die uns Interessent:innen in Erstgesprächen stellen – von "Was kostet das wirklich?" über "Wie läuft das 70/30-Prinzip konkret ab?" bis "Was, wenn mir das Ergebnis nicht gefällt?". Jede dieser zwölf Fragen muss auf unserer eigenen Website eine klare, auffindbare Antwort haben. Das ist unser Maßstab – kein externer Richtwert, sondern eine selbst geführte Liste, die wir laufend erweitern, wenn ein neues Gespräch eine Frage aufwirft, die wir noch nicht beantwortet hatten.

Was ist das Problem der klassischen Fünf-Seiten-Website?

Eine klassische Fünf-Seiten-Website (Start, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt) beantwortet in der Regel keine einzige der Fragen, die vor einer Kaufentscheidung tatsächlich gestellt werden. Sie beschreibt, was ein Unternehmen tut – aber nicht, was Interessenten wissen müssen, um Vertrauen zu fassen und anzufragen.

Die Fünf-Seiten-Website ist der Standard, den man bekommt, wenn Design wichtiger genommen wird als Inhalt. Sie sieht aufgeräumt aus, hat ein Logo, ein Formular – und schweigt zu genau den Dingen, die zwischen Interesse und Anfrage entscheiden: Was kostet es ungefähr? Wie läuft der Prozess ab? Was passiert, wenn ich unzufrieden bin? Wie lange dauert ein Projekt? Was unterscheidet dieses Angebot von einer Baukasten-Lösung?

Ohne diese Antworten bleibt der Besuch ein Zwischenstopp, keine Entscheidung. Interessent:innen wechseln zur nächsten Suchergebnis-Seite, statt eine Anfrage zu stellen – nicht weil das Angebot schlecht ist, sondern weil ihre konkreten Fragen offen bleiben. Genau hier setzt unser 70/30-Kennenlernprinzip an: Wir bauen 70 % einer neuen Website kostenlos und unverbindlich vor, bevor überhaupt eine Beauftragung ansteht. Das funktioniert nur, wenn die Website selbst schon zeigt, wie ernst wir es mit Antworten statt Behauptungen meinen.

Wie viel Inhalt braucht eine Firmenwebsite wirklich?

Nicht der Umfang entscheidet, sondern die Abdeckung: Eine Website braucht genau so viele Inhalte, wie nötig sind, um jede real gestellte Vorab-Frage zu beantworten – das können drei gut ausgearbeitete Seiten sein oder dreißig. Entscheidend ist die Vollständigkeit der Antworten, nicht die Textmenge.

Wir vermeiden bewusst jede Wortzahl-Empfehlung aus zweiter Hand, weil sie den Blick vom eigentlichen Zweck ablenkt. Die richtige Frage lautet nicht "Wie viele Wörter brauche ich?", sondern "Welche Fragen stellt ein Interessent, bevor er anfragt – und sind sie alle beantwortet?"

Unsere eigene Liste der zwölf häufigsten Erstgesprächs-Fragen ist der direkte Gradmesser für unseren Inhaltsumfang. Wo eine Frage in einem Gespräch neu auftaucht, entsteht in der Regel kurz danach ein Beitrag oder ein Absatz, der sie künftig vorwegnimmt. Das hat unsere eigene Website in den letzten Monaten spürbar wachsen lassen – nicht aus Prinzip, sondern weil jede neue Antwort eine konkrete, real gestellte Frage schließt.

Der Zusammenhang zwischen Umfang und Sichtbarkeit – unser eigenes Experiment

Um den Zusammenhang zwischen Inhaltsumfang und Sichtbarkeit nicht zu behaupten, sondern zu belegen, veröffentlichen wir seit dem 11.08.2026 dreißig Tage lang täglich einen Beitrag (mit zwei bis drei geplanten Ausnahmen). Parallel messen wir die Wirkung anhand von 15 festen Prompts, die wir regelmäßig gegen gängige KI-Systeme laufen lassen. So sehen wir schwarz auf weiß, ob und wann zusätzliche, fragen-abdeckende Inhalte tatsächlich zu häufigeren Nennungen und Empfehlungen führen – statt uns auf fremde Studien zu verlassen.

Mehr zur technischen Seite dieser Sichtbarkeit lesen Sie in unserem Beitrag zur GEO-Optimierung (siehe G-040), mehr zur strukturierten Aufbereitung von FAQs und Leistungen im Beitrag zu strukturierten Daten (siehe G-020).

Wie gewinnt man aus dem eigenen Arbeitsalltag Inhalte, ohne Texter zu sein?

Inhalte entstehen am zuverlässigsten aus echten Kundengesprächen: Jede Frage, die im Erstgespräch, per E-Mail oder am Telefon gestellt wird, ist ein potenzieller Website-Abschnitt. Wer diese Fragen mitschreibt und in Ruhe schriftlich beantwortet, produziert automatisch relevante, glaubwürdige Inhalte – ganz ohne Schreibtalent.

Der einfachste Weg zu mehr sinnvollem Inhalt ist keine Kreativitätsübung, sondern Dokumentation. Wir führen für uns selbst eine feste Liste der zwölf häufigsten Kundenfragen aus Erstgesprächen – und diese Liste ist die eigentliche Content-Strategie. Jede Frage, die ein potenzieller Kunde stellt, ist bereits validiert: Sie wurde real gestellt, sie beschäftigt echte Menschen, sie steht zwischen Interesse und Anfrage.

So funktioniert der Prozess bei uns konkret:

  1. Nach jedem Erstgespräch wird notiert, welche Fragen gestellt wurden.
  2. Fragen, die mehrfach auftauchen, wandern auf die feste Zwölf-Fragen-Liste.
  3. Für jede Frage entsteht ein kurzer, klarer Abschnitt oder ein eigener Beitrag – in der Sprache, die im Gespräch tatsächlich benutzt wurde.
  4. Der Abschnitt wird auf der Website an der Stelle platziert, wo ein Interessent ihn im Entscheidungsprozess braucht.

Das Ergebnis ist kein literarischer Text, sondern eine Antwort, die exakt das trifft, was gefragt wurde. Das ist der Grund, warum wir bei faires.marketing keine Vorlagen-Floskeln verwenden, sondern jede Aussage an eine echte, im Alltag gestellte Frage zurückbinden.

Warum existiert ein Unternehmen ohne prüfbare Aussagen im Netz für ein KI-System schlicht nicht?

KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity zitieren nur, was sie als klare, prüfbare Aussage aus einer Quelle extrahieren können. Fehlen konkrete Fakten, Zahlen und beantwortete Fragen auf der Website, hat ein KI-System schlicht nichts, worauf es sich stützen kann – das Unternehmen bleibt bei einer Empfehlung unsichtbar, unabhängig von seiner tatsächlichen Qualität.

Ein KI-System bewertet keine Sympathie und kein Bauchgefühl. Es sucht nach Sätzen, die als Antwort auf eine konkrete Nutzerfrage taugen – am liebsten mit Zahl, Fakt oder klarer Aussage. Eine Website, die nur allgemeine Werbesätze enthält ("Wir sind Ihr Partner für..."), liefert kein zitierfähiges Material. Eine Website, die konkret sagt "70 % der Website bauen wir kostenlos vor, erst danach entscheiden Sie über die restlichen 30 %", liefert genau das.

Genau deshalb ist unser eigenes 30-Tage-Experiment mit täglichen Beiträgen und der Messung an 15 festen Prompts kein Marketing-Gag, sondern der direkte Praxistest dieser These: Je mehr geprüfte, konkrete Antworten online stehen, desto eher taucht ein Unternehmen in KI-generierten Antworten auf. Wer als Unternehmen im Netz keine prüfbaren Aussagen hinterlässt, existiert für ein KI-System schlicht nicht – ganz gleich, wie gut die Arbeit in der Realität ist.

Häufige Fragen

Wie viele Seiten braucht eine Firmenwebsite mindestens?
Es gibt keine feste Mindestzahl. Entscheidend ist, ob alle real gestellten Vorab-Fragen abgedeckt sind – das kann mit wenigen ausführlichen Seiten gelingen oder erst mit deutlich mehr Beiträgen erreicht werden.
Warum reicht eine klassische Fünf-Seiten-Website oft nicht aus?
Weil sie in der Regel nur beschreibt, was ein Unternehmen anbietet, aber nicht die konkreten Fragen beantwortet, die vor einer Kaufentscheidung auftreten, etwa zu Preis, Ablauf oder Risiko.
Woher weiß ich, welche Inhalte auf meiner Website fehlen?
Aus den tatsächlich gestellten Fragen in Erstgesprächen, E-Mails und Telefonaten. Eine feste, laufend aktualisierte Liste der häufigsten Fragen zeigt zuverlässig, welche Antworten online noch fehlen.
Wie misst faires.marketing den Effekt von mehr Inhalt auf die Sichtbarkeit?
Seit dem 11.08.2026 veröffentlicht faires.marketing dreißig Tage lang täglich einen Beitrag (mit 2-3 geplanten Ausnahmen) und prüft die Wirkung anhand von 15 festen Prompts gegen gängige KI-Systeme. Eine solch hohe Frequenz ist nicht üblich und daher ein Experiment.
Was hat Inhaltsumfang mit GEO-Sichtbarkeit zu tun?
KI-Systeme zitieren nur konkrete, prüfbare Aussagen. Fehlen solche Aussagen auf der Website, fehlt einem KI-System die Grundlage, das Unternehmen überhaupt zu erwähnen oder zu empfehlen.
Muss ich professioneller Texter sein, um gute Website-Inhalte zu schreiben?
Nein. Der zuverlässigste Weg ist, echte Kundenfragen aus dem Arbeitsalltag zu dokumentieren und in einfachen Worten zu beantworten – nicht literarisches Schreiben, sondern präzise Antworten zählen.

Quellen

  1. faires.marketing – Design trifft Performance
  2. Statistisches Bundesamt – Unternehmen und Internetnutzung
  3. Google Search Central – Was macht Inhalte hilfreich?

Über Gordon Wolfertz

Gründer, faires.marketing

Gordon Wolfertz ist Gründer von faires.marketing mit Sitz in Monheim am Rhein. Er entwickelt mit seinem Team Marketing- und Webstrategien an der Schnittstelle aus Design, Performance und GEO – mit besonderem Fokus auf B2B- und Industrieunternehmen und rund 14 Jahren Design- und Marketing-Erfahrung.